
Internet, Foto: iwona golczyk / pixelio.de
Dieses Jahr fand bereits die fünfte re:publica in Berlin statt. Bei der alljährlichen Konferenz zur Netzkultur und speziell zum Web 2.0, Blogs und sozialen Medien, treffen sich an drei Tagen Experten um in Workshops und Vorträgen die aktuellsten Themen zu behandeln. In ihrem fünften Jahr ist die Konferenz nun tatsächlich ihren Kinderschuhen entwachsen und hat sich zu einer großen, breitenwirksamen Veranstaltung entwickelt. Damit steigen aber auch automatisch die Anforderungen, die man an so eine Konferenz stellt. Die aufregenden Atmosphäre etwas neues zu machen und Trends zu setzen ist inzwischen entflogen. Zugleich sinkt damit die Toleranz gegen die Planung und Ausführung. Waren überfüllte Säle in den letzten Jahren noch ein Zeichen des erstaunlichen Interesses, so sind sie inzwischen nur noch ein Zeichen für mangelhafte Planung. Und auch die Tatsache, dass das WLAN auf einer Messe über das Internet nur mangelhaft zugänglich war, lässt sich nicht mehr unter der Kategorie Ironie verbuchen. Die re:publica hat den Status des Neuen und Aufregenden endgültig verloren.
Zwar gab es Aufreger aufgrund dieser logistischen Planung, aber auf der inhaltlichen Ebene blieb leider alles Aufregende aus. Denn auch dort hatte man das Gefühl alles bereits aus dem letzten Jahr zu kennen, keine neuen Interessanten Themen und vor allem wenig Qualität konnte man in den Vorträgen finden. Die selbstgesetzte Frauenquote, es muss leider gesagt werden, half auch nicht die fachliche Substanz zu festigen, was auch von Frauen kritisch angemerkt wurde.
Wenn die re:publica wirklich erwachsen werden will, dann muss sie auch diese Hindernisse überwinden um wirklich Ernst genommen zu werden. Andererseits mag man auch nicht die dennoch angenehme Atmosphäre aufgeben. Zweifellos bedeutet eine Umstellung zunächst eine Erhöhung der Ticketpreise, die mit 55 Euro für drei Tage auch in diesem Jahr noch unterdurchschnittlich waren. Doch spätestens dann muss sich die re:publica alle Vorwürfe von logistischen Problemen bis zu inhaltlichen Mängeln vorwerfen lassen.